Schmerztherapie

 Eine konsequente Schmerztherapie gewinnt auch beim Tier zunehmend an Bedeutung. Sie ist  oft die Grundlage einer erfolgreichen Anwendung der Physiotherapie. Inzwischen wurde auch beim Tier die Entstehung einer Schmerzkrankheit (zentrale Sensibilisierung) durch chronische Schmerzen nachgewiesen. Durch eine Absenkung der Schmerzschwelle infolge der chronischen Schmerzen werden auch geringe weitere Reize z.B. leichter Druck als schmerzhaft wahrgenommen. Die ständige Reizung von Schmerzrezeptoren machen das Tier dann auch empfindlich für weitere „harmlose“ Reize.

Die Schmerzanamnese nimmt daher in der physiotherapeutischen Befundung eines Tieres eine wichtige Stellung ein. Zusammen mit dem Besitzer wird die individuelle Schmerzempfindlichkeit und der aktuelle Schmerzstatus des Tieres eingeschätzt. Dabei wird der Blick des Besitzers für sein Tier nochmals geschärft.

Tiere äußern in Abhängigkeit von  der Tierart Schmerzempfindungen auf verschiedene Art. Viel seltener, als vom Besitzer erwartet, stehen Lautäußerungen wie Jaulen und Bellen im Vordergrund. Dagegen können gestörtes Schlaf- und Fressverhalten, Lethargie, Unruhe und auch aggressives Verhalten durchaus Hinweise auf Schmerzen geben.

Eine wichtige Aufgabe der Physiotherapie ist es Maßnahmen zur Schmerzlinderung anzubieten. Wünschenswert ist es, wenn durch den Einsatz der Physiotherapie der Einsatz von Schmerzmitteln reduziert werden kann. Oft jedoch schaffen sinnvoll eingesetzte Schmerzmittel erst die Voraussetzung, dass sich das Tier überhaupt wieder anfassen lässt und bestimmte Techniken angewendet werden können. Dies gilt vor allem für chronisch kranke ältere Tiere. Die Wahl des geeigneten Schmerzmittels und vor allem die richtige Dosierung sind von Tier zu Tier unterschiedlich, es gibt aber inzwischen eine Vielfalt von Medikamenten, die auch für eine Langzeittherapie geeignet sind.

Das Belassen eines Tieres in einem Zustand chronischer Schmerzen ist eine Quälerei für das Tier und reduziert sein Allgemeinbefinden deutlich. Es ist daher nicht das oberste Ziel der Physiotherapie um jeden Preis den Einsatz von Schmerzmitteln überflüssig zu machen. Sie leistet aber einen sinnvollen Beitrag zu Schmerzreduktion.

Akupunktur

Neben der klassischen Akupunktur mit Nadeln gibt es noch weitere Techniken mit Laser und elektrischer Energie. Allen gemeinsam ist die Wirkung auf das umgebende Gewebe ausgehend von der akupunktierten Stelle, z.B. nach oberflächlicher oder tiefer Nadelung von Haut und Muskulatur. Es wurde nachgewiesen, dass durch die Akupunktur Endorphine ausgeschüttet werden. Zudem kommt es zu Veränderungen der Weiterleitung von Schmerzreizen (Gate Control). Zusätzlich entsteht durch den Nadelstich eine winzige Entzündungsreaktion, die das Immunsystem aktiviert.

Die Akupunkturpunkte befinden sich wie beim Menschen auf gedachten Bahnen (Meridianen) und unterscheiden sich von anderen Punkten des Körpers durch einen erhöhten Widerstand. Aktive Akupunkturpunkte können z.B. durch Druckschmerzhaftigkeit identifiziert werden.

Ich wende Akupunktur in meiner Praxis zur Zeit nur zur Schmerzreduktion in Kombination mit Physiotherapie an.

Neuraltherapie

Im Gegensatz zur Akupunktur beschäftigt sich die Neuraltherapie mit der Behandlung von sogenannten Störfeldern in Form chronischer Entzündungsherde, Narben und/oder Fremdkörper. Bei der Neuraltherapie werden Lokalanästhetika oder andere Substanzen lokal oder segmental injiziert. Es können auch Blockaden von Nerven und Nervensträngen durchgeführt werden.

Durch die Beseitigung von Störfeldern bzw. deren Ruhigstellung wirkt die Neuraltherapie auch auf schmerzhafte Zustände.